Wenn ich mich ständig im Kreis drehe, dann neige ich ganz stark dazu, Dinge aufzuschieben. Wie zum Beispiel die Schublade, in der sämtliche Post an mich landet. "Die sortiere ich irgendwann mal" dachte ich jedesmal, wenn ich besagte Schublade aufzog und neues Papier hinein wanderte. Nun macht das die Suche nach bestimmten Dokumenten etwas chaotisch, wenn man einen Stapel Papiere durchwühlen muß und jedesmal wird das schlimmer. Schließlich hat man bei der vorherigen Suchaktion nur noch mehr Chaos produziert.
Dabei war ich früher ein sehr ordentlicher Mensch. Zwar hatte ich da auch eine Schublade, doch die wurde mindestens zweimal im Monat gesichtet und alles ordentlich weg geheftet. Heute dagegen bin ich die Queen des Chaos, was seltsamerweise nur mein privates Leben betrifft. Striktes Ignorieren der Tatsache, daß sich rein gar nichts in der Ordnung befindet in der es sich eigentlich befinden sollte, ist jeden Tag ein Steinchen mehr auf dem riesigen Schuttberg an der Seite des Weges. Und das betrifft nicht nur meinen Papierkram, sondern so ziemlich jeden Bereich meines Lebens.
So habe ich mir immer eingeredet, daß "ich alles in Ordnung bringe, wenn ich erst wieder einen Job habe". Vorher hätte das ja keinen Sinn. Eine ziemlich unlogische Ausrede.
Die letzten Wochen hab ich viel darüber nachgedacht, was sich ändern muß. Eine sehr lange Liste mit kleinen und auch sehr großen Brocken. Kleine und große Schritte. Schließlich heißt es ja nicht umsonst, daß jeder Weg mit dem ersten Schritt beginnt - ganz egal, wie groß oder klein er sein mag.
Und so kam es, daß Klein Mirtana heute der Aufschieberitis den Hintern versohlt hat. Papiere sind gesichtet, ein paar kleine Bröckchen von der Liste erledigt, eine Übersicht über die Finanzen und der Grundstein für private Buchhaltung, um zu wissen, wo mein Geld bleibt und Zahlungen nachhalten zu können (da bin ich auch recht schlampig geworden ... Seufz.), angelegt und die notwendigen Informationen für weitere Schritte rausgesucht.
All das gibt irgendwie das Gefühl, daß sich etwas bewegt, daß ich mich bewege - und zwar vorwärts, nicht im Kreis. Ein Gefühl, von dem ich vollkommen vergessen habe, wie es sich an fühlt. Und es ist so schön, daß es Menschen gibt, die sich mit mir freuen und mir Gutes wünschen. Danke dafür.