Meins?
Der nette kleine Zusatz vor einem Wort, der da lautet "mein", schimpft sich in der Grammatik Possessivpronomen. Tolles Wort, welches wiederum nichts anderes heißt als besitzanzeigendes Fürwort. Das kleine Wörtchen "Besitz" merken wir uns an dieser Stelle einmal. Possessivpronomen sind Pronomen, die ein Abhängigkeitsverhältnis (oft ein konkretes Besitzverhältnis) zum Referenten ausdrücken (mein Haus, ihre Oma) - sagt Wikipedia.
In den meisten Lebenslagen habe ich nichts gegen das kleine Wort "mein" einzuwenden. Macht es doch von vorne herein klar, wessen Bücher das sind oder in welcher Beziehung dieser Mensch als meine Mutter zu mir steht. Was mir allerdings jedesmal in schöner Regelmäßigkeit Schauer des Entsetzens die Wirbelsäule hinunter schickt, ist die Auffassung, die sich hinter "Das ist mein/e Freund/in" versteckt. Wo dieses kleine, simple Wörtchen zum Ausdruck einer ganzen Einstellung wird. Keine Sorge, mittlerweile habe ich mir auch abgewöhnt, daraufhin die Frage zu stellen, wo man denn eine/n solche/n Freund/in käuflich erwerben kann ...
Ich glaube schlicht und einfach daran, daß die Art und Weise wie wir Sprache benutzen, eine Menge über unser Denken und unsere Einstellungen verrät. Wenn ich darüber nachdenke, dann habe ich irgendwann aufgehört damit, "mein Freund" zu sagen. Ich habe stattdessen "die bessere Hälfte" (mit Augenzwinkern) oder "der Herzallerliebste" oder auch mal "die Nervensäge an meiner Seite" gesagt. Und auch heute sage ich nicht "mein Ex-Freund" sondern ehemals bessere Hälfte. Denn er ist schließlich immer noch Freund - wenn auch anders als das früher mal war.
Einfach, weil ich irgendwann zu der Überzeugung gelangt bin, daß mir die ehemals bessere Hälfte nicht gehörte und es sich somit verbietet, ihn als "meinen Freund" zu titulieren. So einen Aufstand wegen eines kleinen Wortes zu veranstalten, mag überzogen erscheinen - war für mich aber verbunden mit einer langen Kette von Erkenntnissen und der Verschiebung meiner Einstellung.
Immer wieder fällt mir das in meiner Umgebung auf - da geht mit "mein" der ganze Katalog an Besitzansprüchen und eingeforderten Rechten einher. Und damit kann ich nichts mehr anfangen. Der Mensch, mit dem ich zusammen bin, gehört mir nicht und irgendwie ist es vermessen, es als ein gegebenes Recht einzufordern, daß Zeit, Gefühle, Gedanken und was weiß ich nicht noch nur noch mir zu gehören hat. Das ist kein Zeichen von Zugehörigkeit oder gar Respekt, sondern Besitzdenken und Unsicherheit.
So ein kleines Wort. So ein großer Unterschied. Für mich selber. In dem Bewußtsein, was "Possessivpronomen" aussagt. Keine Option für mich. Und das ist gut so.
In den meisten Lebenslagen habe ich nichts gegen das kleine Wort "mein" einzuwenden. Macht es doch von vorne herein klar, wessen Bücher das sind oder in welcher Beziehung dieser Mensch als meine Mutter zu mir steht. Was mir allerdings jedesmal in schöner Regelmäßigkeit Schauer des Entsetzens die Wirbelsäule hinunter schickt, ist die Auffassung, die sich hinter "Das ist mein/e Freund/in" versteckt. Wo dieses kleine, simple Wörtchen zum Ausdruck einer ganzen Einstellung wird. Keine Sorge, mittlerweile habe ich mir auch abgewöhnt, daraufhin die Frage zu stellen, wo man denn eine/n solche/n Freund/in käuflich erwerben kann ...
Ich glaube schlicht und einfach daran, daß die Art und Weise wie wir Sprache benutzen, eine Menge über unser Denken und unsere Einstellungen verrät. Wenn ich darüber nachdenke, dann habe ich irgendwann aufgehört damit, "mein Freund" zu sagen. Ich habe stattdessen "die bessere Hälfte" (mit Augenzwinkern) oder "der Herzallerliebste" oder auch mal "die Nervensäge an meiner Seite" gesagt. Und auch heute sage ich nicht "mein Ex-Freund" sondern ehemals bessere Hälfte. Denn er ist schließlich immer noch Freund - wenn auch anders als das früher mal war.
Einfach, weil ich irgendwann zu der Überzeugung gelangt bin, daß mir die ehemals bessere Hälfte nicht gehörte und es sich somit verbietet, ihn als "meinen Freund" zu titulieren. So einen Aufstand wegen eines kleinen Wortes zu veranstalten, mag überzogen erscheinen - war für mich aber verbunden mit einer langen Kette von Erkenntnissen und der Verschiebung meiner Einstellung.
Immer wieder fällt mir das in meiner Umgebung auf - da geht mit "mein" der ganze Katalog an Besitzansprüchen und eingeforderten Rechten einher. Und damit kann ich nichts mehr anfangen. Der Mensch, mit dem ich zusammen bin, gehört mir nicht und irgendwie ist es vermessen, es als ein gegebenes Recht einzufordern, daß Zeit, Gefühle, Gedanken und was weiß ich nicht noch nur noch mir zu gehören hat. Das ist kein Zeichen von Zugehörigkeit oder gar Respekt, sondern Besitzdenken und Unsicherheit.
So ein kleines Wort. So ein großer Unterschied. Für mich selber. In dem Bewußtsein, was "Possessivpronomen" aussagt. Keine Option für mich. Und das ist gut so.
Nachgefragt - 8. Jan, 08:34
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