Blau gemacht
Genau das habe ich gestern getan, blau gemacht. Der Himmel strahlte so vertrauenerweckend in schönstem Blau, das Licht leuchtete golden durch Bäume, die bereits beginnen, ihren Herbstschmuck anzulegen, daß ich mir dachte "Och nö, heute mal nicht". Also bummelte ich erst durch Buer, begutachtete Schaufenster, ging durch Geschäfte und wünschte mir einen siebenstelligen Betrag auf meinem Konto und genoß in einem Café ein zweites Frühstück während ich in Ruhe die Zeitung las. Leben kann so schön sein wenn draußen die Sonne scheint, der Kakao auf dem Tisch vor sich hindampft und dabei seinen unwiderstehlichen Duft verbreitet.
Nach zwei Stunden hatte ich die Zeitung durch, den zweiten Kakao hinter mir und mein Magen war mit lecker herzhaften Crepés gefüllt. Übermütig beschloß ich, es sei doch mal an der Zeit, ganz typisch weiblich, eine neue Handtasche (ich besitze mittlerweile nämlich nur noch eine, die andere hat vor zwei Wochen den Geist aufgegeben) käuflich zu erwerben. Mit diesem Ziel vor Augen bummelte ich erneut durch die Geschäfte und ignorierte die Verlockungen rechts und links sehr standhaft. Ich fand auch eine, die mir gefiel. Einfach gehäkelt, sah äußerst stabil aus und vor allem machte sie den Eindruck, als könne sie den halben Hausrat, den Frauen ja mit Vorliebe in ihrer Handtasche unterbringen, ganz locker fassen. Der Blick auf das Preisschild ließ mich schwindeln, die wollten dafür 119,90 € haben. Schweren Herzens hängte ich das schöne Stück also wieder weg und ging geknickt meines Weges. Da will ich schon mal etwas typisch weibliches käuflich erwerben und dann wollen die gleich einen Preis dafür, der mich fragen läßt "Ja hallo, ich wollte nicht den ganzen Laden kaufen?!"
"Eigentlich," dachte ich leise vor mich hin, "könntest du das ja auch selber machen, so schwer kann es ja nicht sein." Häkeln habe ich schließlich von Mama gelernt (auch wenn sie nachher die als Geburtstagsgeschenk für Oma geplanten Topflappen selber fertigstellen mußte, weil das bockige Fräulein Tochter nach zehn Reihen keine Lust mehr hatte). Und was braucht man zum Häkeln? Wolle und Häkelnadel. In der irrigen Annahme, dies in einer wirklich großen Einkaufsstraße auch irgendwo finden zu können, zog ich also frohen Mutes wieder los. Doch Buer verfügt, ebenso wie Gladbeck und Horst, über keinerlei Handarbeitsläden. So verband sich meine Suche nach geeigneter Wolle für mein ehrgeiziges Projekt mit einer Sightseeing-Tour durch das Ruhrgebiet. Sehr schön, ich habe wunderschöne, kleine und gemütliche Cafés gefunden, war erstaunt über die Vielzahl der Teegeschäfte und Bastelläden, kenne jetzt sämtliche Fußgängerzonen in den umgebenden Städten, besitze ein neues Notizbuch für unterwegs, habe von Bus und Bahn aus wunderschöne kleine Parks entdeckt und bin schlußendlich in Haltern fündig geworden.
Schon erstaunlich, was eine an und für sich schnapsige Idee (ich und Handarbeiten ...) für einen schönen Tag nach sich ziehen kann. Dementsprechend entspannt und gut gelaunt kam ich auch nach Hause, fiel der besseren Hälfte um den Hals, der mühsam um sein Gleichgewicht rang, ließ mir eine Tiefkühlpizza in unserem neuen Öfchen (weiß jemand, wo man günstig eine Elektro-Kochplatte herbekommt?) zubereiten und fiel danach auf das Sofa, wo ich meine Häkelnadel zückte, den wie immer laufenden Fernseher vollkommen ausblendete und damit begann, mein Projekt Wirklichkeit werden zu lassen ... Nun habe ich in den langweiligen Englisch-Stunden, die ab nächsten Montag folgen werden hier, wenigstens etwas zu tun. Auch wenn der Herzallerliebste ganz schnell das Weite suchte, eine mit Häkelnadeln und Wolle hantierende Maus war ihm dann doch zuviel.
Nach zwei Stunden hatte ich die Zeitung durch, den zweiten Kakao hinter mir und mein Magen war mit lecker herzhaften Crepés gefüllt. Übermütig beschloß ich, es sei doch mal an der Zeit, ganz typisch weiblich, eine neue Handtasche (ich besitze mittlerweile nämlich nur noch eine, die andere hat vor zwei Wochen den Geist aufgegeben) käuflich zu erwerben. Mit diesem Ziel vor Augen bummelte ich erneut durch die Geschäfte und ignorierte die Verlockungen rechts und links sehr standhaft. Ich fand auch eine, die mir gefiel. Einfach gehäkelt, sah äußerst stabil aus und vor allem machte sie den Eindruck, als könne sie den halben Hausrat, den Frauen ja mit Vorliebe in ihrer Handtasche unterbringen, ganz locker fassen. Der Blick auf das Preisschild ließ mich schwindeln, die wollten dafür 119,90 € haben. Schweren Herzens hängte ich das schöne Stück also wieder weg und ging geknickt meines Weges. Da will ich schon mal etwas typisch weibliches käuflich erwerben und dann wollen die gleich einen Preis dafür, der mich fragen läßt "Ja hallo, ich wollte nicht den ganzen Laden kaufen?!"
"Eigentlich," dachte ich leise vor mich hin, "könntest du das ja auch selber machen, so schwer kann es ja nicht sein." Häkeln habe ich schließlich von Mama gelernt (auch wenn sie nachher die als Geburtstagsgeschenk für Oma geplanten Topflappen selber fertigstellen mußte, weil das bockige Fräulein Tochter nach zehn Reihen keine Lust mehr hatte). Und was braucht man zum Häkeln? Wolle und Häkelnadel. In der irrigen Annahme, dies in einer wirklich großen Einkaufsstraße auch irgendwo finden zu können, zog ich also frohen Mutes wieder los. Doch Buer verfügt, ebenso wie Gladbeck und Horst, über keinerlei Handarbeitsläden. So verband sich meine Suche nach geeigneter Wolle für mein ehrgeiziges Projekt mit einer Sightseeing-Tour durch das Ruhrgebiet. Sehr schön, ich habe wunderschöne, kleine und gemütliche Cafés gefunden, war erstaunt über die Vielzahl der Teegeschäfte und Bastelläden, kenne jetzt sämtliche Fußgängerzonen in den umgebenden Städten, besitze ein neues Notizbuch für unterwegs, habe von Bus und Bahn aus wunderschöne kleine Parks entdeckt und bin schlußendlich in Haltern fündig geworden.
Schon erstaunlich, was eine an und für sich schnapsige Idee (ich und Handarbeiten ...) für einen schönen Tag nach sich ziehen kann. Dementsprechend entspannt und gut gelaunt kam ich auch nach Hause, fiel der besseren Hälfte um den Hals, der mühsam um sein Gleichgewicht rang, ließ mir eine Tiefkühlpizza in unserem neuen Öfchen (weiß jemand, wo man günstig eine Elektro-Kochplatte herbekommt?) zubereiten und fiel danach auf das Sofa, wo ich meine Häkelnadel zückte, den wie immer laufenden Fernseher vollkommen ausblendete und damit begann, mein Projekt Wirklichkeit werden zu lassen ... Nun habe ich in den langweiligen Englisch-Stunden, die ab nächsten Montag folgen werden hier, wenigstens etwas zu tun. Auch wenn der Herzallerliebste ganz schnell das Weite suchte, eine mit Häkelnadeln und Wolle hantierende Maus war ihm dann doch zuviel.
Wolfstours - 22. Sep, 12:44
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NicoleKorea - 23. Sep, 01:49
Schmunzel :)
Bin ja mal auf das fertige Projekt gespannt :)
Guenstige Sachen gibt es uebrigens oft in Sozialhilfegeschaeften. Wenn ich jetzt den Namen wuesste. Wir hatten so etwas in Koblenz. Da haben Arbeitslose Sachen eingesammelt und wieder aufbereitet und dann verkauft. Ein von der Stadt unterstuetztes Ding. Mh. Komme leider nicht mehr auf den Namen :/
Bin ja mal auf das fertige Projekt gespannt :)
Guenstige Sachen gibt es uebrigens oft in Sozialhilfegeschaeften. Wenn ich jetzt den Namen wuesste. Wir hatten so etwas in Koblenz. Da haben Arbeitslose Sachen eingesammelt und wieder aufbereitet und dann verkauft. Ein von der Stadt unterstuetztes Ding. Mh. Komme leider nicht mehr auf den Namen :/





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