Wintertag
Sehr früh aufgestanden. Zumindest für meine Verhältnisse, es war nämlich noch fast dunkel. Als ich so mit meinem Becher Tee in der einen und der Zigarette in der anderen Hand auf dem Balkon stand, wurde ich von einem zauberhaften Sonnenaufgang begrüßt. Die Welt sah aus, als hätte jemand großzügig alles mit Puderzucker bestäubt. Weiße Zweige glitzerten mit den Dächern um die Wette.
Während ich selbstvergessen meine Zigarette rauchte und mich an diesem Ausblick nicht satt sehen konnte, dachte ich, daß das Leben gar nicht so beschissen sein kann wenn man so eine schöne, glitzernde und friedliche Welt zum Frühstück geschenkt bekommt.
Fix die Anträge ausgedruckt, in die Stadt gefahren mit einem Bus, der dieses Mal herrlich leer war, Kopien gemacht und auf eine Visite bei der Behörde meines Herzens vorbei geschaut um denen mal ein bißchen mehr Papier da zu lassen. Mit gemischten Gefühlen wieder vor der Türe gestanden, ohne groß nachzudenken in den Bus gestiegen und bis zur Endstation gefahren.
So ein Tag lädt zum Spazieren gehen ein. Also bin ich zwei Stunden durch einen wunderbaren Wintermärchenwald marschiert. Nicht mal wirklich warm angezogen - es sei denn, dünne Socken, Jeans, Longsleeve und Strickjacke gelten als warme Kleidung. Mit jedem Schritt blieb ein bißchen der Grübelei der letzten beiden Tage hinter mir zurück.
Verantwortung für sich selber übernehmen zu können ist eine feine Sache - so lange man auf dem schmalen Grat zwischen Verantwortung und Selbstzerfleischung wandern kann. Denn genau das ist es, was jedesmal passiert sobald sich mir Niederlagen in den Weg stellen. Selbstzweifel und die Fragen, ob es etwas gibt, was ich hätte anders, besser, schneller, wie auch immer machen können um es zu verhindern.
Und nein, es gibt nichts, was ich hätte anders, besser, schneller, wie auch immer machen können. Ich bin gut. Vielleicht nicht so schnell wie die Kollegin, dafür wesentlich gründlicher. Ich habe meine Arbeit ordentlich gemacht. Ich bin länger geblieben wenn notwendig. Ich hab die Mittagspause geopfert wenn notwendig. Ich kann Kunden um den Finger wickeln - niemand, der mit einer Beschwerde bei mir aufläuft ist noch sauer, wenn er den Hörer wieder auflegt. Ich kann eigene Entscheidungen treffen in dem mir gesteckten Rahmen und ich kann sie vertreten. Ich weiß, wann ich was am besten abarbeite, weil ich meinen eigenen Rhythmus kenne und weiß, zu welcher Tageszeit ich in Hochform bin. Es war immer mehr als nur 100 Prozent.
Verantwortung für sich selber zu übernehmen heißt auch, daß man sich nicht die Verantwortung anderer aufhalst. Die Entscheidungen, die meinen ehemaligen Arbeitgeber eine Menge Geld gekostet haben, waren nicht meine. Gut, daß ich die Konsequenzen tragen muß, ist für mich dumm. Für sie könnte es noch dümmer kommen - auch nicht mein Problem. Die Tatsache, daß ich gehen mußte, hat mich (mal wieder) schwer getroffen, schließlich habe ich sehr gerne da gearbeitet und vielleicht ist das einer meiner Fehler, immer zuviel Herzblut in das zu stecken, was ich mache. Allerdings weiß ich sehr gut, daß sich das nicht groß ändern wird - denn was ich anfange, das mache ich gründlich. Schlampige Arbeit abliefern ist mir zuwider.
Jetzt kann ich mir bis Jahresende überlegen, was ich mache. Ob ich erst einmal hier bleibe und in der Region einen Job suche. Oder ob ich vielleicht doch den Schritt in eine andere Stadt gehe. Und wenn ja, wohin. Welche Vor- und Nachteile das mit sich bringt. Dann schauen wir also mal, was jetzt kommt. Oder um es mit Hilfe meines prophetischen MP3-Players auszudrücken: Steh auf, wenn Du am Boden bist - Die Toten Hosen.
Während ich selbstvergessen meine Zigarette rauchte und mich an diesem Ausblick nicht satt sehen konnte, dachte ich, daß das Leben gar nicht so beschissen sein kann wenn man so eine schöne, glitzernde und friedliche Welt zum Frühstück geschenkt bekommt.
Fix die Anträge ausgedruckt, in die Stadt gefahren mit einem Bus, der dieses Mal herrlich leer war, Kopien gemacht und auf eine Visite bei der Behörde meines Herzens vorbei geschaut um denen mal ein bißchen mehr Papier da zu lassen. Mit gemischten Gefühlen wieder vor der Türe gestanden, ohne groß nachzudenken in den Bus gestiegen und bis zur Endstation gefahren.
So ein Tag lädt zum Spazieren gehen ein. Also bin ich zwei Stunden durch einen wunderbaren Wintermärchenwald marschiert. Nicht mal wirklich warm angezogen - es sei denn, dünne Socken, Jeans, Longsleeve und Strickjacke gelten als warme Kleidung. Mit jedem Schritt blieb ein bißchen der Grübelei der letzten beiden Tage hinter mir zurück.
Verantwortung für sich selber übernehmen zu können ist eine feine Sache - so lange man auf dem schmalen Grat zwischen Verantwortung und Selbstzerfleischung wandern kann. Denn genau das ist es, was jedesmal passiert sobald sich mir Niederlagen in den Weg stellen. Selbstzweifel und die Fragen, ob es etwas gibt, was ich hätte anders, besser, schneller, wie auch immer machen können um es zu verhindern.
Und nein, es gibt nichts, was ich hätte anders, besser, schneller, wie auch immer machen können. Ich bin gut. Vielleicht nicht so schnell wie die Kollegin, dafür wesentlich gründlicher. Ich habe meine Arbeit ordentlich gemacht. Ich bin länger geblieben wenn notwendig. Ich hab die Mittagspause geopfert wenn notwendig. Ich kann Kunden um den Finger wickeln - niemand, der mit einer Beschwerde bei mir aufläuft ist noch sauer, wenn er den Hörer wieder auflegt. Ich kann eigene Entscheidungen treffen in dem mir gesteckten Rahmen und ich kann sie vertreten. Ich weiß, wann ich was am besten abarbeite, weil ich meinen eigenen Rhythmus kenne und weiß, zu welcher Tageszeit ich in Hochform bin. Es war immer mehr als nur 100 Prozent.
Verantwortung für sich selber zu übernehmen heißt auch, daß man sich nicht die Verantwortung anderer aufhalst. Die Entscheidungen, die meinen ehemaligen Arbeitgeber eine Menge Geld gekostet haben, waren nicht meine. Gut, daß ich die Konsequenzen tragen muß, ist für mich dumm. Für sie könnte es noch dümmer kommen - auch nicht mein Problem. Die Tatsache, daß ich gehen mußte, hat mich (mal wieder) schwer getroffen, schließlich habe ich sehr gerne da gearbeitet und vielleicht ist das einer meiner Fehler, immer zuviel Herzblut in das zu stecken, was ich mache. Allerdings weiß ich sehr gut, daß sich das nicht groß ändern wird - denn was ich anfange, das mache ich gründlich. Schlampige Arbeit abliefern ist mir zuwider.
Jetzt kann ich mir bis Jahresende überlegen, was ich mache. Ob ich erst einmal hier bleibe und in der Region einen Job suche. Oder ob ich vielleicht doch den Schritt in eine andere Stadt gehe. Und wenn ja, wohin. Welche Vor- und Nachteile das mit sich bringt. Dann schauen wir also mal, was jetzt kommt. Oder um es mit Hilfe meines prophetischen MP3-Players auszudrücken: Steh auf, wenn Du am Boden bist - Die Toten Hosen.
Nachtgedanken - 21. Dez, 16:12
1 Kommentar - Kommentar verfassen - 0 Trackbacks
NBerlin - 22. Dez, 12:06
;-( Steh auf und gehe weiter, denn liegend kommst du nirgendwo hin!
Geht mir genauso, ein bissel anders aber ähnlich und ich schäme mich nicht und bin sogar erleichter. Denn wenn das in Zukunft so weiter gegangen wäre, wäre es nicht witzig gewesen dort weiter zu arbeiten.....
Geht mir genauso, ein bissel anders aber ähnlich und ich schäme mich nicht und bin sogar erleichter. Denn wenn das in Zukunft so weiter gegangen wäre, wäre es nicht witzig gewesen dort weiter zu arbeiten.....





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