Na dann, Merry Christmas.
Ich hätte auf mein Bauchgefühl hören und einfach im Bett bleiben sollen. Unerwartete Geschenke zu Weihnachten sind nicht immer das, was man sich gewünscht hat. So wie das hier:
Sehr geehrte Frau Mirtana,
leider ist die wirtschaftliche Situation der Firma XY nicht so erfolgreich wie erwartet (ich weiß, ich kenne die Zahlen und nicht so erfolgreich ist noch arg untertrieben). Aus diesem Grund sind wir leider gezwungen, Ihr Arbeitsverhältnis mit sofortiger Wirkung zu beenden.
Tja, eiskalt erwischt. Damit habe ich nicht gerechnet. Zwei Wochen bevor die Probezeit abgelaufen wäre.
Da saß ich also, Chef und seiner Frau gegenüber. Und frage mich, ob ich im falschen Film bin. Denn die Förderung läuft noch sechs Monate und wird immer über ein Jahr abgeschlossen. Wissen die nicht, daß die das Geld dann zurück zahlen müssen?
Den Schlüssel zurück geben, Hände schütteln, locker bleiben. Während mir die Bitterkeit im Hals kitzelt, hämmert mir nur noch der Gedanke "Laß es dir nicht mal einfallen, dir was anmerken zu lassen" durch den Schädel. Also tue ich das, was ich am besten kann: es nehmen wie ein ganzer Kerl. Gute Miene zum beschissenen Spiel. Chef und seine Frau schauen unglücklich drein. Versuchen, sich zu entschuldigen. Man könne halt am Anfang des Geschäftsjahres nicht absehen, daß am Ende des Jahres rote Zahlen geschrieben würden. Ich bin äußerlich gut drauf. Shit happens und wenn man sich im Leben was aussuchen könne, dann hieße ich mit Nachnamen Hilton oder Gates.
Verabschiedung von den Kollegen. Sachen packen. Ein Gefühl, als hätte ich gerade eine Keule über die Rübe bekommen. "Haltung! Einfach nur Haltung bewahren!" hämmert die Gedankenmaschine. Ich würde das ja recht gelassen nehmen sagt der eine. Das sähe nur so aus, erwidere ich.
Ich gehe. Einen Fuß vor den anderen, Kopf erhoben, Schultern gerade. Wünsche schöne Feiertage. Und schaffe es bis zur Halde bis sich die Bitterkeit heftig Bahn bricht. Gut, daß ich nicht viel gefrühstückt habe. Eine Gruppe Dackelbesitzer schaut mich an als wäre ich der letzte Junkie. Ich schaue so böse zurück, daß die Herrschaften samt Kötern einen sehr großen Bogen um mich machen.
Danach fahre ich nach Hause. Das ist der beste Ort um in aller Ruhe zu heulen und sich abzureagieren. Shit happens, gell? In dem Sinne "Merry Christmas."
Sehr geehrte Frau Mirtana,
leider ist die wirtschaftliche Situation der Firma XY nicht so erfolgreich wie erwartet (ich weiß, ich kenne die Zahlen und nicht so erfolgreich ist noch arg untertrieben). Aus diesem Grund sind wir leider gezwungen, Ihr Arbeitsverhältnis mit sofortiger Wirkung zu beenden.
Tja, eiskalt erwischt. Damit habe ich nicht gerechnet. Zwei Wochen bevor die Probezeit abgelaufen wäre.
Da saß ich also, Chef und seiner Frau gegenüber. Und frage mich, ob ich im falschen Film bin. Denn die Förderung läuft noch sechs Monate und wird immer über ein Jahr abgeschlossen. Wissen die nicht, daß die das Geld dann zurück zahlen müssen?
Den Schlüssel zurück geben, Hände schütteln, locker bleiben. Während mir die Bitterkeit im Hals kitzelt, hämmert mir nur noch der Gedanke "Laß es dir nicht mal einfallen, dir was anmerken zu lassen" durch den Schädel. Also tue ich das, was ich am besten kann: es nehmen wie ein ganzer Kerl. Gute Miene zum beschissenen Spiel. Chef und seine Frau schauen unglücklich drein. Versuchen, sich zu entschuldigen. Man könne halt am Anfang des Geschäftsjahres nicht absehen, daß am Ende des Jahres rote Zahlen geschrieben würden. Ich bin äußerlich gut drauf. Shit happens und wenn man sich im Leben was aussuchen könne, dann hieße ich mit Nachnamen Hilton oder Gates.
Verabschiedung von den Kollegen. Sachen packen. Ein Gefühl, als hätte ich gerade eine Keule über die Rübe bekommen. "Haltung! Einfach nur Haltung bewahren!" hämmert die Gedankenmaschine. Ich würde das ja recht gelassen nehmen sagt der eine. Das sähe nur so aus, erwidere ich.
Ich gehe. Einen Fuß vor den anderen, Kopf erhoben, Schultern gerade. Wünsche schöne Feiertage. Und schaffe es bis zur Halde bis sich die Bitterkeit heftig Bahn bricht. Gut, daß ich nicht viel gefrühstückt habe. Eine Gruppe Dackelbesitzer schaut mich an als wäre ich der letzte Junkie. Ich schaue so böse zurück, daß die Herrschaften samt Kötern einen sehr großen Bogen um mich machen.
Danach fahre ich nach Hause. Das ist der beste Ort um in aller Ruhe zu heulen und sich abzureagieren. Shit happens, gell? In dem Sinne "Merry Christmas."
Dunkle Wolken - 19. Dez, 14:56
13 Kommentare - Kommentar verfassen - 0 Trackbacks




