The Black Wolf's Den - Empathie
 

Empathie

Als Empathie bezeichnet man die Fähigkeit eines Menschen, sich kognitiv in ein anderes Lebewesen hineinzuversetzen, dessen Gefühle zu teilen und sich damit über sein Verstehen und Handeln klar zu werden (Einfühlungsvermögen). Der Begriff wird im deutschen Sprachraum seit dem Ende der 1960er Jahre von Psychologen bzw. Psychotherapeuten, Pädagogen, Seelsorgern, Ärzten und Soziologen verwendet.

Quelle: Wikipedia

Tolle Sache, diese Empathie. Wenn man denn über diese Fähigkeit verfügt. Denn leider gibt es sie, diese Menschen, deren kognitive Fähigkeiten sich auf dem Entwicklungsstand einer Amöbe befinden. Und sie sind anstrengend.

Weil sie nicht merken, wann sie Grenzen übertreten. Weil ihnen auch nicht klar ist, daß Grenzen keine starren Gebilde sind, sondern flexibel. Weil sie selber nicht einschätzen können, wie andere sie sehen oder zu ihnen stehen. Weil sie ständig alles bis in kleinste Detail zerpflücken müssen und nicht verstehen können, daß man Gefühle nun einmal nicht bis ins kleinste Detail logisch und rational analysieren kann. Weil sie ständig Bestätigung brauchen. Weil sie ihre Unsicherheit hinter Großspurigkeit verstecken. Und weil sie letztendlich immer glauben, sie seien im Recht.

Mit solchen Menschen zu tun zu haben ist für mich einfach anstrengend. Ich höre auf Gefühle und Ahnungen, die im Grunde nichts anderes sind als Interpretationen der kleinsten Zeichen. Daß ich damit sehr oft (für manchen Geschmack auch zu oft) sehr richtig liege, ist nur eine Sache des Trainings. Es gibt eben einfach Dinge, die kann und möchte ich nicht bis ins kleinste Detail zeranalysieren. Ich sehe Einzelheiten und kann daraus ein Gesamtbild erahnen. Mehr nicht.

Ich tendiere zur Ungeduld, wenn ich immer wieder Dinge erklären muß, die für mich selbstverständlich sind. Ähnlich wie der Umgang mit bestimmten Programmen. Werde ich von der gleichen Person zum drölfzigsten Mal gefragt, wie man ein Bild in einem Forum hochladen kann, reagiere ich knurrig. Genauso knurrig reagiere ich auf emotionale Legastheniker.

Nichtsdestotrotz haben sie irgendwo mein Mitgefühl. Was muß das für ein Leben sein, wenn man nicht in der Lage ist zu erkennen, was in einem anderen Menschen vorgehen mag? Wenn man nicht einmal einschätzen kann, wie sie zu einem stehen? Wenn man nicht das nötige Gespür hat um Fallstricke zu vermeiden? Wenn man nicht sehen kann, daß man Grenzen übertritt?

Interessant dagegen finde ich, daß Menschen, deren empathischen Fähigkeiten nicht sonderlich ausgeprägt sind, am Ende immer von den Menschen angezogen werden, die darin eine sehr große Übung haben. Und zum einen fasziniert sind von dem, was sie offensichtlich nicht können und zum anderen irgendwie Angst haben, weil sie nicht in der Lage sind es zu verstehen.

Vielleicht ist das eine Erklärung dafür, warum man sich einerseits oft bemüht, sich auf meiner Schokoladenseite aufzuhalten und andererseits fleißig versucht, mich zu manipulieren. Ist der Gedanke denn wirklich so abwegig, daß es nicht wirklich intelligent ist, jemanden manipulieren zu wollen, der einen schon lange durchschaut hat?

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