Feuergeist
Es ist dunkel, die Sonne ist schon vor einiger Zeit glutrot hinterm Horizont versunken und während sie noch einen letzten Gruß aufleuchten läßt, breitet die Nacht schon ihren diamantbesetzten Samtmantel aus. Es ist die Zeit der Feuergeister, die seit Anbeginn der Zeit das Dunkel vertreiben und die Wärme des Feuers heraufbeschwören.
Nur das silberne Licht des fast vollen Mondes sickert durch die Bäume und man spürt mehr als das man sieht, daß er genau weiß, was er tut. Seine Hände scheinen zu wissen, was zu tun ist ohne daß er einen Gedanken daran verschwenden müßte. Dennoch schwebt eine Aura von Konzentration durch die Äste als er die Vorbereitungen abschließt und plötzlich leuchtet der erste Funke auf. Zögerlich faßt er Fuß im Papier, es beginnt zu knistern und bald darauf brennen die ersten dünnen Zweige. Ein zarter Schein durchbricht das Dunkel, vertreibt das silberne Mondlicht und flackert sacht auf.
Die Szene besitzt eine Qualität die von zeitloser Ursprünglichkeit ist. Er könnte eben so acht Jahre wie auch achtzig Jahre alt sein, er könnte eben so gut in der mongolischen Steppe oder in den Wäldern Kanadas zu Hause sein. Fasziniert schaue ich zu, wie er das Feuer vom ersten zarten Aufflackern begleitet bis es fröhlich knisternd auflodert. Als würde er ein Kind an der Hand nehmen, ihm helfen laufen zu lernen bis es so weit ist, in die Welt hinaus zu stürmen. Dabei eine Ruhe und Gelassenheit ausstrahlend, die ansteckend ist, die wie ein Funke überspringt.
Der Blick in das uralte und doch niemals gleiche Spiel der Flammen beruhigt und die Gedanken beginnen zu streunen. Ganz plötzlich und ohne Vorwarnung lösen sich die Probleme, die man eben noch für schwerwiegend gehalten hat, in Rauch auf, der von einem leichten Windhauch durch die Bäume davongetragen wird. Worte, die einem schwer auf der Zunge lasteten, verschwinden und werden unwichtig. Sie weichen einer inneren Ruhe und plötzlich sind es kleine Dinge, die man in der Hektik und Eintönigkeit des Alltags vergißt, die erzählt werden möchten.
Während das Feuer knistert und flüchtige Schattenbilder in den Samt der Nacht brennt, hält die Welt inne, hört sich für mich auf zu drehen und läßt mich in die Zeitlosigkeit reisen. Es heilt und es reinigt, es verbrennt was ich nicht mehr brauche, es wirft ein helles Licht in die dunklen Teile meines Selbst, bringt Wärme und vertreibt die Kälte, die sich unbemerkt dort eingeschlichen hat. Ein Gefühl von satt sein prickelt durch die Adern, wunschlose Zufriedenheit und es gibt nichts Wichtigeres als diesen Augenblick und das knisternde Feuer. Was gestern war und was morgen sein wird interessiert nicht wenn man vom Flammentanz gefangen genommen und nach Hause gebracht wird.
"Unser nächster Halt ist Hamm Hauptbahnhof, Ausstieg in Fahrtrichtung rechts!" Die Lautsprecherdurchsage schlägt in meine Gedankenwelt ein, ich sitze in der Bahn und vor meinem inneren Auge flackert die Erinnerung ans Feuer. Tief vergrabe ich die Nase in der weichen Wolle meines Ärmels, es riecht noch ein bißchen nach Holz und Rauch. Der Geruch des Feuergeistes, der zu ihm gehört wie das Knistern und die Wärme. Ein Lächeln hält Einzug auf meinem Gesicht während mich der Zug durch die Nacht nach Hause trägt. Und mit mir fährt ein Feuer, daß in der Seele brennt und mich an die Zeitlosigkeit erinnert.
Vielen Dank dafür. Ja, ich weiß, daß Du weißt, daß Du gemeint bist. Wer auch sonst? Schafe machen selten Feuer ... Paß auf Dich auf, Grisu ;)
Nur das silberne Licht des fast vollen Mondes sickert durch die Bäume und man spürt mehr als das man sieht, daß er genau weiß, was er tut. Seine Hände scheinen zu wissen, was zu tun ist ohne daß er einen Gedanken daran verschwenden müßte. Dennoch schwebt eine Aura von Konzentration durch die Äste als er die Vorbereitungen abschließt und plötzlich leuchtet der erste Funke auf. Zögerlich faßt er Fuß im Papier, es beginnt zu knistern und bald darauf brennen die ersten dünnen Zweige. Ein zarter Schein durchbricht das Dunkel, vertreibt das silberne Mondlicht und flackert sacht auf.
Die Szene besitzt eine Qualität die von zeitloser Ursprünglichkeit ist. Er könnte eben so acht Jahre wie auch achtzig Jahre alt sein, er könnte eben so gut in der mongolischen Steppe oder in den Wäldern Kanadas zu Hause sein. Fasziniert schaue ich zu, wie er das Feuer vom ersten zarten Aufflackern begleitet bis es fröhlich knisternd auflodert. Als würde er ein Kind an der Hand nehmen, ihm helfen laufen zu lernen bis es so weit ist, in die Welt hinaus zu stürmen. Dabei eine Ruhe und Gelassenheit ausstrahlend, die ansteckend ist, die wie ein Funke überspringt.
Der Blick in das uralte und doch niemals gleiche Spiel der Flammen beruhigt und die Gedanken beginnen zu streunen. Ganz plötzlich und ohne Vorwarnung lösen sich die Probleme, die man eben noch für schwerwiegend gehalten hat, in Rauch auf, der von einem leichten Windhauch durch die Bäume davongetragen wird. Worte, die einem schwer auf der Zunge lasteten, verschwinden und werden unwichtig. Sie weichen einer inneren Ruhe und plötzlich sind es kleine Dinge, die man in der Hektik und Eintönigkeit des Alltags vergißt, die erzählt werden möchten.
Während das Feuer knistert und flüchtige Schattenbilder in den Samt der Nacht brennt, hält die Welt inne, hört sich für mich auf zu drehen und läßt mich in die Zeitlosigkeit reisen. Es heilt und es reinigt, es verbrennt was ich nicht mehr brauche, es wirft ein helles Licht in die dunklen Teile meines Selbst, bringt Wärme und vertreibt die Kälte, die sich unbemerkt dort eingeschlichen hat. Ein Gefühl von satt sein prickelt durch die Adern, wunschlose Zufriedenheit und es gibt nichts Wichtigeres als diesen Augenblick und das knisternde Feuer. Was gestern war und was morgen sein wird interessiert nicht wenn man vom Flammentanz gefangen genommen und nach Hause gebracht wird.
"Unser nächster Halt ist Hamm Hauptbahnhof, Ausstieg in Fahrtrichtung rechts!" Die Lautsprecherdurchsage schlägt in meine Gedankenwelt ein, ich sitze in der Bahn und vor meinem inneren Auge flackert die Erinnerung ans Feuer. Tief vergrabe ich die Nase in der weichen Wolle meines Ärmels, es riecht noch ein bißchen nach Holz und Rauch. Der Geruch des Feuergeistes, der zu ihm gehört wie das Knistern und die Wärme. Ein Lächeln hält Einzug auf meinem Gesicht während mich der Zug durch die Nacht nach Hause trägt. Und mit mir fährt ein Feuer, daß in der Seele brennt und mich an die Zeitlosigkeit erinnert.
Vielen Dank dafür. Ja, ich weiß, daß Du weißt, daß Du gemeint bist. Wer auch sonst? Schafe machen selten Feuer ... Paß auf Dich auf, Grisu ;)
Heulen der Woelfe - 18. Okt, 13:35
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