The Black Wolf's Den: 22 Juli 2007
 

Sonntag, 22. Juli 2007

Wenn zwei Bloggerinnen ...

... sich zu einem sonntäglichen Frühstück treffen, dann verfliegt nicht nur die Zeit wie im Fluge, dann hört man auch des öfteren den Satz "Ich habe bei Dir folgendes gelesen ..." In diesem speziellen Falle hörte man auch die selbstgeschriebenen und schwungvoll rezitierten Geburtstagsgedichte mit Übergabe von sinnlosen Präsenten - ein paar Tische weiter saß eine Gesellschaft, die den fünfzigsten Geburtstag von irgendwem feierte. Ich kann so etwas ja schon auf meinen Familienfeiern nicht leiden und nutze diese Gelegenheit meist, um an der frischen Luft zu rauchen oder frisches Bier aus dem Keller zu holen. Meine Verabredung raucht nicht und war mit dem Auto da, Bier schied also aus - die Toilette tut es als Fluchtgelegenheit auch ...

Das Faszinierende daran, wenn man sich mit anderen Bloggern trifft, ist wohl die Tatsache, daß man immer ein bißchen das Gefühl hat, man weiß ein wenig von dem, was im Leben des anderen vorgeht und so bietet der Satz "Ich habe bei Dir übrigens gelesen" viele Möglichkeiten, um Gesprächsthemen zu finden. Ohne erst durch den mühsamen Prozeß des gegenseitigen Auslotens von Interessen waten zu müssen. Man hat einfach das Gefühl, man kennt sich. Und das finde ich persönlich sehr schön.

Ich freue mich schon auf die Wiederholung! *eine feste Umarmung sendet*

Tag der Karten

Vermutlich bekommt mir das frühe Aufstehen doch nicht ganz so gut. Erst stand ich heute morgen vor dem Bankautomaten und fluchte wie ein Satansanbeter in der Kirche, weil das dumme Ding meine Pin nicht akzeptieren wollte. Als mir das dumme Ding dann mitteilte, daß es jetzt meine Karte behalten wolle weil ich dreimal die falsche Pin eingegeben hätte, sickerte langsam die Erkenntnis, daß ich die falsche Pin zur Karte eingegeben hatte, durch das Gefluche - es war die Pin von der neuen Karte bei der neuen Bank und ich stand in der Filiale meiner alten Bank. Ich fühle mich ja gerne ein bißchen peinlich berührt und ... dämlich. Zum Glück war keiner außer mir und der Überwachungskamera da.

Dann komme ich nach einem wunderbaren Frühstück mit bezaubernder Gesellschaft nach einem Umweg nach Hause und suche die Versicherten-Karte meiner Krankenkasse weil ich meine Versichertennummer natürlich nicht im Kopf habe. Das Ding habe ich bis jetzt immer brav mit mir herum geschleppt. Braucht man ja äußerst selten bis nie. So war ich auch der Meinung, sie schlummere sanft in meinem Portemonnaie. Nö, tut sie nicht. Die ganze Wohnung auf den Kopf gestellt und sie bleibt unauffindbar. Was mich jetzt doch ein wenig nervt.

Ähnliches passierte mir bereits mit meinem Führerschein im Kartenformat und zwei mal mit meinem Personalausweis. Hab ich irgendwo schwarze Löcher, wo diese Dinge einfach drin verschwinden? Was habe ich diesen Karten nur getan? Ich bin auch nicht böse, liebes Kärtlein - du kannst jetzt aus Deinem Versteck kommen. Bitte? Am Donnerstag hatte ich Dich noch in den Händen und ich bin der festen Überzeugung, Dich wieder in Dein angestammtes Fach in meinem Portemonnaie gesteckt zu haben. Putt, putt, komm raus, Du gottverfluchtes Mistding liebes, kleines Kärtchen ...

Frühaufsteherin?

Es sei jetzt viertel vor sieben versucht mein Wecker mir glaubhaft zu versichern. Gestellt hatte ich ihn für halb neun. Ich könnte mich also noch einmal auf die andere Seite drehen und mindestens ein Stündchen schlafen. Denkste. Draußen ist es hell, Sonnenstrahlen sickern durch die Ritzen der Jalousie, die Vögel sitzen im Baum vor meinem Fenster und zwitschern sich die Seele aus dem kleinen Leib. Ich könnte ja das Fenster schließen, doch dann würde ich nicht nur den Lärm der Vögel aussperren, sondern gleich auch noch diese wunderbar kühle Morgenluft.

Ist ja gut, dann stehen wir halt auf. Jalousien hochgezogen und dabei die Spatzen von meinem Fensterbrett (was macht ihr kleinen Biester bitte da?) verscheucht. Der Morgen riecht gut. Der Himmel ist blau und die Bäume wiegen sich in einer leichten Brise, wispern sich die Geheimnisse der letzten Nacht zu. Ich freue mich, sind doch keine Anzeichen von Regenwolken zu entdecken. Das perfekte Wetter für eine Verabredung zum Frühstück.

Ich gehe in die Wohnung nach oben, mache mein Notebook an und ärgere mich erst einmal darüber, daß Twoday nicht erreichbar ist. Dann gehen wir eben duschen, schön lauwarm und dann kalt, das macht frisch. In meinen Bademantel gehüllt und mit einer Tasse Tee in der Hand stehe ich danach auf dem Balkon. Es ist still. Keine Autos, nur Vogelgezwitscher, niemand zu sehen, alles liegt ruhig da. Morgenstunden sind doch gar nicht so übel, denke ich mir. Meist erlebe ich den Morgen ja eher als Abschluß der Nacht wenn ich ins Bett gehe. So herum hat es irgendwie auch seinen Reiz.

So, und jetzt freue ich mich auf meine Verabredung zum Frühstück im Meygarten und wünsche Euch da draußen einen schönen Sonntag.

Immanuel Kant:

"Handle so, daß die Maxime deines Willens jederzeit zugleich als Prinzip einer allgemeinen Gesetzgebung gelten könnte."

deutscher Philosoph
(1724 - 1804)

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