The Black Wolf's Den: 17 April 2007
 

Dienstag, 17. April 2007

Handy oder Gentechnik?

Eine neue Theorie macht nicht die Gentechnik, sondern eine andere, ebenfalls von manchen misstrauisch beäugte Technik für das Bienensterben verantwortlich. Die These ist, dass die von Handynetzen ausgehende Strahlung die Navigationssysteme der Bienen beeinträchtigen könnte. Deswegen käme es zu dem Phänomen des CCD, wo man in Bienenstöcken nur noch die Königin, ein paar Eier und kaum Arbeiterinnen findet. Wo die Bienen verschwunden sind, die den Stock verlassen haben, weiß man nicht.

Quelle: Sind die Handys am Bienensterben schuld?

Eben am Telefon. Vater erklärt mir umständlich, wo ich den Artikel finde, der ihn scheinbar kleine Rauchwölkchen schnauben läßt. "So ein Blödsinn!" knurrt mein Herr Vater. Und zählt mir geduldig auf, was er von dieser Theorie hält. Nämlich nichts.

Es gibt keine einfache Erklärung für dieses Phänomen des Bienensterbens. Es gibt etliche Ursachen - angefangen vom Einsatz von Insektiziden, Überzüchtung bestimmter Rassen, die somit anfälliger werden, Anstieg von Varroa-Befall, mildere Winter und zu warme Temperaturen im Januar, welche die Bienenvölker dazu bringen, die Wintertraube aufzulösen und mangels Nahrung (was blüht schon groß im Januar?) einzugehen, der Einsatz von gentechnisch verändertem Saatgut, etc. pp.

Aber der Mensch mag ja einfache Lösungen. Ist ja auch viel intelligenter, schon wieder mal Sendemasten zu verteufeln als sich zu fragen, was wir grundlegend falsch machen und ändern müssen. Was nämlich nirgendwo erwähnt wird: in der Nähe von landwirtschaftlichen Betrieben, die auf rein biologische Landwirtschaft umgestellt haben, gedeihen Bienenvölker wie eh und je ... Mit den üblichen Verlusten, die man als Imker schon mal hat.

Die Monsterspinne

Frau Mirtana liegt bäuchlings auf dem Bett und kritzelt mit einem Stift in ihren Unterlagen herum. Hoch konzentriert überlegt sie vor sich hin, den Stift an den Lippen als ihr plötzlich ein lautes, volltönendes "Uäääääh!" entfährt, sie sich wild aufrappelt und bei dem Prozeß so ziemlich alles polternd vom Bett und dem Tisch fegt. Das stört das Tierchen, welches sich gerade von der Decke abseilte, relativ wenig - es landet sicher auf dem Bett. Was gerade eben circa zehn Zentimeter vor ihrer Nasenspitze von der Decke baumelnd noch den Eindruck erweckt, es handele sich bei dem Tier um eine Vogelspinne auf Urlaub, relativiert die Entfernung die Größe des Eindringlings auf einen vielleicht drei Zentimeter großen und vorwitzigen Weberknecht. Der vorsichtig eingefangen und auf dem Balkon wieder ausgesetzt wird. Und da bleibst Du gefälligst auch bevor ich mich wieder auslachen muß weil ich wegen so eines Winzlings wie Dir einen Heidenschreck bekomme.

Komplimente

Ein Kompliment ist eine wohlwollende, freundliche Äußerung gegenüber einer anderen Person, die an dieser etwas hervorhebt. Etwas, das demjenigen, der das Kompliment macht, an der anderen Person besonders gefällt bzw. positiv auffällt. Ganz egal, ob das jetzt eine geschickte Kleiderwahl, schöne Augen, ein freundliches Lächeln oder ein herausragendes Merkmal des Charakers sein mag.

In unserem Kulturkreis scheint es üblich zu sein, ein Kompliment mit Dank anzunehmen und gegebenenfalls zurück zu geben. Bei den Japanern (glaub ich zumindest) ist es dagegen üblich, ein Kompliment erst einmal zurück zu weisen. Nun sind wir nicht in Japan, bleiben wir also in heimischen Gefilden.

Komplimente anzunehmen ist etwas, das mir persönlich früher sehr, sehr schwer fiel und mich unheimlich verlegen gemacht hat. Was dann zum einen zu knallroten Ohren führte und zum anderen dazu, daß ich dazu überging, das Kompliment zu entkräften. Man könnte auch sagen, das eigene Licht unter den Scheffel zu stellen. Eine merkwürdige Form der Unsicherheit.

Eine andere Form von Unsicherheit ist dieses "Fishing for Compliments". Hat jeder bestimmt schon einmal erlebt. Die junge, attraktive Dame, die darüber nörgelt, daß ihre Problemzonen so problematisch seien und doch eigentlich nur hören möchte, daß ihr Hintern vollkommen in Ordnung ist. Um mal mein Lieblingsbeispiel anzuführen. Finde ich mittlerweile sehr anstrengend, um ehrlich zu sein. Ist ein Kompliment noch eines, wenn man mehr oder weniger gezwungen wird, es zu äußern?

Dazu gehören auch die Menschen, die permanent ihre eigene Person mit negativen Eigenschaften belegen oder sich selber kleiner machen als sie sind. Warum tun sie das? In der Hoffnung, man möge ihnen widersprechen? Ist es Unsicherheit, weil sie nicht wissen, wer sie sind und was sie können? Mittlerweile reagiere ich auf dieses Fishing auch nicht mehr, genauso wie ich mir irgendwann angewöhnt habe, ein Kompliment als das zu sehen, was es ist: ein kleines, verbales Geschenk, über das man sich freuen kann. Was jetzt nicht heißt, das ich manchmal nicht doch noch ein bißchen rote Ohren bekomme.

...

Legatus findet klare Worte. Lesen.

Immanuel Kant:

"Handle so, daß die Maxime deines Willens jederzeit zugleich als Prinzip einer allgemeinen Gesetzgebung gelten könnte."

deutscher Philosoph
(1724 - 1804)

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J.R.R. Tolkien,
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