The Black Wolf's Den: 16 Dezember 2006
 

Samstag, 16. Dezember 2006

Skype Merkzettel

  • Ein Micro funktioniert dann, wenn man den Stecker auch in die dafür vorgesehene Buchse am Notebook steckt. Die Buchse hat sogar ein kleines Symbol in Form eines Micros ...
  • Das eingebaute Micro meines Thinkpads funktioniert tadellos. Da brauche ich auch nicht wirklich wissen, wo genau es sich versteckt hat.
  • Wenn jemand zu mir "Am Stecker ruckeln, bitte" sagt, ist das nicht obszön gemeint.
  • Ein Micro am Headset ist kein "Ding", das man im Mund hat. O-Ton: "Ich hab grad das Ding im Mund."
  • Ich wohne auch nicht im Nachbarhaus.
  • Haltloses Kichern führt zu merkwürdigen Blicken.
  • Eine Sofortnachricht sollte man nicht an "Skype Test" schicken und sich dann lautstark wundern, warum ich die Nachricht nicht bekomme.
  • Dinge wie *umärmel* klingen gesprochen irgendwie sehr merkwürdig.
  • Halte bei Benutzung von Skype einen Vorrat des Satzes "Bist Du noch da? Ich hör Dich nicht!" bereit.
  • SkypeMe sollte man nicht einstellen, es sei denn man verkauft sich als Braut für Menschen, die gerne eine Aufenthaltserlaubnis für Deutschland hätten. Alternativ gibt es noch die Möglichkeit, dort als "heiße pics" angepriesene Dinge zugesandt zu bekommen - natürlich nur im Austausch gegen Bilder des eigenen Grauens.
  • Nudeln sind nach dem Disko-Besuch immer noch geil.
  • Gehe vor dem drei Stunden dauernden Gekicher Gespräch auf Toilette. Mit Notebook auf Toilette sitzen? Soweit geht selbst meine Liebe zu meinem Räbbelchen nicht.
  • Achte darauf, das Micro vom Headset nicht in die Teetasse zu tauchen - es könnte unangenehm rauschen am anderen Ende.
  • Und ich kann neuerdings den großen Koch voll Suppe topfen - was auch immer ich damit aussagen wollte.
  • Die Leute meinen immer, ich hieße im realen Leben Martina. Ich brauche einen neuen Nick. Vorschläge?
  • Und ja, ich kann über drei Stunden mit einer Person quasseln. Geht locker. Noch länger, wenn ich vorher mal das stille Örtchen aufgesucht habe oder alternativ nicht fast zwei Liter Tee nebenbei vernichte.

Was soll ich damit?

Das möchte mir Microsoft seit zwanzig Minuten andrehen:
Nach dem Download überprüft dieses Tool Ihren Computer einmal auf Infektionen durch bestimmte, besonders schädliche Software (einschließlich Blaster, Sasser und Mydoom). Das Tool versucht, entdeckte Infektionen zu entfernen. Wenn eine Infektion gefunden wurde, wird beim nächsten Starten des Computers ein Statusbericht angezeigt. Jeden Monat ist eine neue Version des Tools verfügbar. Wenn Sie das Tool manuell ausführen möchten, können Sie es im Microsoft Download Center downloaden oder eine Onlineversion von microsoft.com ausführen. Dieses Tool kann kein Virenschutzprodukt ersetzen. Sie sollten daher ein Virenschutzprogramm verwenden, um zum Schutz Ihres Computers beizutragen.
Aha. Und warum soll ich das dann downloaden wenn es ohnehin kein Virenschutzprogramm ersetzt? Will ich nicht, also nehmt Euren Mist und laßt mich damit in Ruhe - mit mir ist heute nicht gut Kirschen essen.

Du weißt, daß Du zu Hause bist ...

  • ... wenn der Mann an Deiner Seite es in einer Woche geschafft hat, wirklich jedes Stück Geschirr schmutzig zu machen.
  • ... wenn es immer noch in der Küche steht und Dich vorwurfsvoll anstarrt.
  • Wenn Du Dich fragst, ob der Flaum in der Spüle wohl beißt.
  • ... wenn die Mülltüte so voll ist, daß sie ein eigenes Wort für "voll" braucht - das bisherige reicht da einfach nicht mehr.
  • ... wenn die Wäsche, die Du vor einer Woche liebevoll gewaschen und aufgehangen hast immer noch auf dem Dachboden hängt.
  • ... wenn die Toilette ihre ersten Sprachversuche startet.
  • ... wenn der Kühlschrank leer gefressen ist.
  • ... wenn das Geld komplett weg ist und Du feststellst, daß es für den Rest des Monats noch 76,90 Euro in Deiner Kasse hat. Abzüglich 16,60 Euro, die ich brauche um am Montag nach Düsseldorf zu fahren, macht das 60,30 Euro - für den Rest des Monats.
  • ... wenn es außer Dir keinen juckt.
  • ... wenn es Dir in den Fingern juckt, mit einer Axt technische Geräte zu zertrümmern.
  • ... wenn die erste Reaktion auf die gute Nachricht über ein Vorstellungsgespräch ist "Dann krieg ich einen neuen Rechner?"
  • ... wenn Du dann noch die Geduld besitzt, darauf nur mit einem "Nein" zu antworten statt ihn schwungvoll vom Balkon zu werfen - erster Stock und Rasen vorm Haus, das ist nicht tödlich.
  • ... wenn der erste Gedanke am Morgen eine überaus blutige Mordphantasie ist.
  • ... wenn Du immer wieder zu hören bekommst "Ich mach das gleich" oder "Ich kümmer mich drum" und dann wieder nichts passiert.
Okay. Es reicht. Ich will es verdammt noch mal ordentlich hier haben und ich habe absolut keinen Bock, Dir Deinen verdammten faulen Arsch hinterher zu tragen. Ich erinnere mich noch an das großkotzige Versprechen, hier würde es "nie so aussehen wie in der WG". Stimmt, hier sieht es nicht so aus wie in der WG damals - hier sieht es noch schlimmer aus. Ich bin stinkig, angepißt, genervt - ergänze nach Belieben.

Ich lebe mein Leben in wachsenden Ringen

Ich lebe mein Leben in wachsenden Ringen,
die sich über die Dinge ziehn.
Ich werde den letzten vielleicht nicht vollbringen,
aber versuchen will ich ihn.

Ich kreise um Gott, um den uralten Turm,
und ich kreise jahrtausendelang;
und ich weiß noch nicht: bin ich ein Falke, ein Sturm
oder ein großer Gesang.

Rainer Maria Rilke
Ja, ich habe einen ausgewachsenen Faible für Rilke und den habe ich schon lange. Die oben angeführten Zeilen begleiten mich ebenfalls schon eine Weile, tauchen immer mal wieder auf und möchten bedacht werden. In wachsenden Ringen. Was ein starkes, aussagekräftiges Bild. Erinnert mich ein wenig an die Jahresringe der Bäume, an denen ein Kundiger vieles aus dem Leben eines Baumes herauslesen kann. Stürme, Feuer, Dürre, Verletzungen, reiche Jahre und das Alter.

Ein Baum wächst sein ganzes Leben lang. Der Mensch hingegen hat irgendwann das Ende seines körperlichen Wachstums erreicht. Dann wächst er vielleicht so wie ich nur noch in die Breite, nicht in die Höhe. Menschen wachsen nicht nur körperlich, sie wachsen auch geistig. Kann man den Menschen mit einem Baum vergleichen? Haben wir auch Jahresringe, die davon erzählen, was warum und wieso aus uns geworden ist? Woher wir kommen, was wir gesehen und erlebt haben, was uns geprägt hat?

Gut, man hält mich meist auch so schon für verrückt genug, ich werde jetzt also nicht behaupten, ich sei ein Baum oder würde mich wie einer fühlen. Wachsende Ringe, die sich über die Dinge ziehn. Und ich wachse. Manchmal sehr zögerlich und manchmal in sehr großen Schritten. Wenn ich alten Verletzungen erlaube zu verheilen statt mit dem Finger die Wunde offen zu halten, dann wird sich mit der Zeit ein Ring nach dem anderen darüber legen.

Wachstum geschieht manchmal unmerklich. Schließlich sehe ich mich jeden Tag und jemandem, den ich nicht so oft sehe, wird viel eher auffallen, daß sich etwas an mir verändert hat. Es braucht erst den Blick zurück um zu sehen, wie weit man gegangen ist. Und diesen Sommer ist viel passiert, das meiste davon nicht sehr erfreulich. Ich war gezwungen, alte Vorstellungen zu überdenken, den Finger aus uralten Wunden zu nehmen, mich mit Angst auseinander zu setzen und schlußendlich zu überwinden, Dinge loszulassen, mich anstecken zu lassen von der Energie und Tatkraft anderer, als Zuschauer zu sehen, wie sich Dinge weiter entwickeln und zu begreifen, daß Vergangenheit eben genau das ist: vergangen. Auch wenn ihre langen Finger bis in die Zukunft reichen, denn sie macht aus mir das, was ich bin. Dennoch auch kleine Erfolge als das zu sehen, was sie sind: Erfolge. Es macht keinen Unterschied mehr, wie groß oder wie klein der Erfolg ist. Mancher Weg beginnt mit kleinen Schritten - und das ist auch gut so.

Es ist schmerzhaft begreifen zu müssen, daß ich selber es war, die mir immer im Wege stand. Nur ich und niemand anderes. Auch wenn es die angenehmere Lösung gewesen wäre, jemand anderen dafür verantwortlich zu machen. Manchmal braucht es jemanden, der an den Grundfesten des eigenen Selbstbildes rüttelt und Fähigkeiten zum Vorschein bringt, die man selber schon lange vergessen hat. Denn Erfolg stellt sich nicht automatisch ein und die Gelegenheiten, wo uns etwas in den Schoß zu fallen scheint, sind rar gesät. Zu rar um ewig darauf warten zu können.

Der erste Schritt? Glauben in sich selber und Glaube daran, daß ich mein Leben in wachsenden Ringen lebe, die sich über die Dinge ziehn. Auch wenn ich den letzten nicht schaffen mag oder sollte, ihn gar nicht erst zu versuchen wäre kein Weg mehr, sondern Stillstand. Wer kämpft, kann verlieren - wer nicht kämpft, hat schon verloren. Sagte Brecht und den halte ich für einen klugen Mann. Exakt zehn Worte. Das ist nicht viel. Sehr viel hingegen sind acht Jahre bis man diese zehn Worte nicht nur verstanden, sondern auch verinnerlicht hat. Und das nach der Erkenntnis, daß man all die Jahre verloren hat, weil man nie für sich gekämpft hat. Rheinländische Gemütsruhe hat nicht nur Vorteile ... Es kann ein harter Kampf mit sich selber sein, den Finger aus einer Wunde zu nehmen - man hat sich im Laufe der Zeit schon fast an den Schmerz gewöhnt. Was bleibt, wenn der Schmerz ausbleibt?

Immanuel Kant:

"Handle so, daß die Maxime deines Willens jederzeit zugleich als Prinzip einer allgemeinen Gesetzgebung gelten könnte."

deutscher Philosoph
(1724 - 1804)

In aller Kürze

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Zuletzt aktualisiert:
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Kluge Worte ...

"Der beliebteste Fehler unter Leuten, die etwas absolut idiotensicheres konstruieren wollen, ist der, daß sie den Erfindungsreichtum von absoluten Idioten unterschätzen."
Douglas Adams,
britischer Schriftsteller


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"I don't know half of you as well as I should like, and I like half of you less than you deserve."
J.R.R. Tolkien,
Lord of the Rings


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“And all those exclamation marks, you notice? Five? A sure sign of someone who wears his underpants on his head.”
Terry Pratchett,
Mummenschanz

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