Gasometer Oberhausen

Da war ich heute. Ich übergab meine bessere Hälfte in die treusorgenden Hände seiner Mitbewohner, nahm ein bißchen Kleingeld mit und fuhr mit dem Bus ganz gemütlich ins Centro nach Oberhausen. Ich mag Busfahren, wenn ich keine wichtigen Termine habe, wo mein pünktliches Erscheinen gefragt ist. Ich gehöre nicht umsonst zu den Menschen, die lieber zwei Busse früher fahren, weil mindestens immer einer ausfällt wenn man umsteigen muß.
Wenn ich Zeit habe, dann sitze ich gerne im Bus. Es ist ein bißchen wie Kino, während dieser knappen Stunde fährt man durch verschiedene Viertel, an jeder Haltestelle steigen Menschen ein und aus. Sie lachen, sehen traurig aus, diskutieren angeregt mit anderen, unterhalten sich lautstark durch den ganzen Bus, schauen still aus dem Fenster, spielen mit ihren Kindern, schweigen sich an, streiten sich, telefonieren, flirten. Am liebsten sitze ich in der letzten Reihe, schaue aus dem Fenster und nehme die verschiedenen Viertel wahr, sehe die herunter gekommenen Mietskasernen, die schmuck renovierten Zechenhäuser, die häßlichen Neubauten, die schönen Altbauten mit den altmodischen Schaufenstern. Es ist eine Fahrt durch die Geschichte des Ruhrgebiets, sie erzählt von Aufstieg und Fall, Stetigkeit und Wandel.
Das Centro strahlt dieses Flair von Einkaufen, Vergnügen und kulinarischer Genuß in einem aus. Sonntags sind die Geschäfte geschlossen, dennoch sind trotz des Wetters viele Menschen dort. Reisegruppen, Familien mit Kindern, Rentner, verliebte Pärchen. Das Centro ist ein Zeichen für den Wandel in dieser Region, ein glänzendes, schillerndes, buntes Zeichen. Restaurants mit den verschiedensten Angeboten aus den Küchen der Welt, edle Cafes, teure Nachtbars, Diskothek, Einkaufen in großzügigen und teuer ausschauenden Geschäften, Kino, Musical, Fastfood - alles unter einem Dach. Eine Welt für sich, die dazu verlockt möglichst viel Geld auszugeben. Das Centro interessiert sich nicht für mich. Jeans, Turnschuhe, T-Shirt und Strickjacke signalisieren "Kein Geld". Es beruht auf Gegenseitigkeit, mich interessiert dieser graue, 117,5 Meter hohe Koloss, der majestätisch am Rande dieser Anlage thront, nicht die glitzernde Verlockung hinter Glasfassaden.
Ich bummel gemütlich an Restaurants und Cafes vorbei, passiere den zum Centro gehörenden Busbahnhof und tauche unter der Eisenbahnbrücke hinweg, hinaus aus dem Treiben der vielen Menschen. Für drei Euro darf ich hinein, darf eintreten in die Welt hinter Metallblechen und Stahlträgern. Es ist ruhig und dämmrig im Innenraum, kaum Besucher. Über eine breite Stahltreppe gelangt man vom Eingangsbereich hinaus in die zweite Ebene. Ich lege den Kopf in den Nacken und schaue zur Decke. Kaum zu glauben, daß dies gut hundert Meter sein sollen. Sie sieht so nah aus. Erst im gläsernen Aufzug, der einen sanft entlang der Innenwand nach oben trägt, wird einem die Höhe richtig bewußt.
Auf der Aussichts-Plattform ist außer mir keiner. Es ist nicht das richtige Wetter, windig, kühl, naß und ungemütlich. Sehr gute Sicht hat es auch nicht. Verschwommen kann ich die Schornsteine der Phenol Chemie ausmachen, irgendwo in ihrem Schatten wohne ich zur Zeit noch. Ich wende den Kopf, suche den Tetraeder in Bottrop. Auch er zeigt sich heute nur verschwommen, ebenso wie die Essener Skyline. Selbst das Grün der Bäume, das sich in alle Himmelsrichtungen erstreckt, wirkt heute verwaschen. Wie lange ich dort oben war und auf das Ruhrgebiet gestarrt habe, das mir zu Füßen liegt, weiß ich nicht mehr.
Es tut gut, dort oben zu stehen und ein bißchen "Über den Wolken" ohne Flugzeug zu spielen. Es macht den Kopf frei, der Wind weht meine Sorgen davon und von hier oben sieht kein Hindernis mehr bedrohlich aus. Ein bißchen widerwillig trenne ich mich schließlich von dem grauen Riesen, es ist Zeit wieder auf den Boden der Tatsachen zurück zu kehren. Ich drehe mich noch einmal um und sage leise "Bis nächstes Mal".
Wenn ich Zeit habe, dann sitze ich gerne im Bus. Es ist ein bißchen wie Kino, während dieser knappen Stunde fährt man durch verschiedene Viertel, an jeder Haltestelle steigen Menschen ein und aus. Sie lachen, sehen traurig aus, diskutieren angeregt mit anderen, unterhalten sich lautstark durch den ganzen Bus, schauen still aus dem Fenster, spielen mit ihren Kindern, schweigen sich an, streiten sich, telefonieren, flirten. Am liebsten sitze ich in der letzten Reihe, schaue aus dem Fenster und nehme die verschiedenen Viertel wahr, sehe die herunter gekommenen Mietskasernen, die schmuck renovierten Zechenhäuser, die häßlichen Neubauten, die schönen Altbauten mit den altmodischen Schaufenstern. Es ist eine Fahrt durch die Geschichte des Ruhrgebiets, sie erzählt von Aufstieg und Fall, Stetigkeit und Wandel.
Das Centro strahlt dieses Flair von Einkaufen, Vergnügen und kulinarischer Genuß in einem aus. Sonntags sind die Geschäfte geschlossen, dennoch sind trotz des Wetters viele Menschen dort. Reisegruppen, Familien mit Kindern, Rentner, verliebte Pärchen. Das Centro ist ein Zeichen für den Wandel in dieser Region, ein glänzendes, schillerndes, buntes Zeichen. Restaurants mit den verschiedensten Angeboten aus den Küchen der Welt, edle Cafes, teure Nachtbars, Diskothek, Einkaufen in großzügigen und teuer ausschauenden Geschäften, Kino, Musical, Fastfood - alles unter einem Dach. Eine Welt für sich, die dazu verlockt möglichst viel Geld auszugeben. Das Centro interessiert sich nicht für mich. Jeans, Turnschuhe, T-Shirt und Strickjacke signalisieren "Kein Geld". Es beruht auf Gegenseitigkeit, mich interessiert dieser graue, 117,5 Meter hohe Koloss, der majestätisch am Rande dieser Anlage thront, nicht die glitzernde Verlockung hinter Glasfassaden.Ich bummel gemütlich an Restaurants und Cafes vorbei, passiere den zum Centro gehörenden Busbahnhof und tauche unter der Eisenbahnbrücke hinweg, hinaus aus dem Treiben der vielen Menschen. Für drei Euro darf ich hinein, darf eintreten in die Welt hinter Metallblechen und Stahlträgern. Es ist ruhig und dämmrig im Innenraum, kaum Besucher. Über eine breite Stahltreppe gelangt man vom Eingangsbereich hinaus in die zweite Ebene. Ich lege den Kopf in den Nacken und schaue zur Decke. Kaum zu glauben, daß dies gut hundert Meter sein sollen. Sie sieht so nah aus. Erst im gläsernen Aufzug, der einen sanft entlang der Innenwand nach oben trägt, wird einem die Höhe richtig bewußt.
Auf der Aussichts-Plattform ist außer mir keiner. Es ist nicht das richtige Wetter, windig, kühl, naß und ungemütlich. Sehr gute Sicht hat es auch nicht. Verschwommen kann ich die Schornsteine der Phenol Chemie ausmachen, irgendwo in ihrem Schatten wohne ich zur Zeit noch. Ich wende den Kopf, suche den Tetraeder in Bottrop. Auch er zeigt sich heute nur verschwommen, ebenso wie die Essener Skyline. Selbst das Grün der Bäume, das sich in alle Himmelsrichtungen erstreckt, wirkt heute verwaschen. Wie lange ich dort oben war und auf das Ruhrgebiet gestarrt habe, das mir zu Füßen liegt, weiß ich nicht mehr.
Es tut gut, dort oben zu stehen und ein bißchen "Über den Wolken" ohne Flugzeug zu spielen. Es macht den Kopf frei, der Wind weht meine Sorgen davon und von hier oben sieht kein Hindernis mehr bedrohlich aus. Ein bißchen widerwillig trenne ich mich schließlich von dem grauen Riesen, es ist Zeit wieder auf den Boden der Tatsachen zurück zu kehren. Ich drehe mich noch einmal um und sage leise "Bis nächstes Mal".
Wolfstours - 15. Aug, 00:13
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