Traum einer Erinnerung

"Betende Hände" von Albrecht Dürer
Leise schlagen Regentropfen an die Fensterscheibe. Ich bin noch nicht ganz wach und kuschel meinen schlaftrunkenen Körper in die warme Decke während ich zuschaue, wie die Tropfen langsam das Glas hinunter rinnen und draußen ein grauer Morgen heraufdämmert. Mein letzter Traum hält mich noch gefangen, läßt mich nicht los. Er war so real, daß ich nach den Händen greifen wollte während ich schon langsam aus der Traumwelt zurück kehrte.
Ich habe von sanften Händen geträumt, die mich halten und deren Berührung meine Seele erreicht hat. Sie haben alle meine Sorgen fort gestreichelt, mir Geborgenheit geschenkt und mein Inneres zur Ruhe gebracht. Jetzt sind sie fort, doch ich spüre sie immer noch. Für diese Hände gab es meine schützenden Mauern nicht und ihr Griff war vorsichtig, aber bestimmt. In meinem Traum konnte ich mich fallen lassen, sie haben mich aufgefangen. Zu wem sie gehören kann ich nicht mit Bestimmtheit sagen, aber sie haben Erinnerungen in mir geweckt. Erinnerungen an einen Moment, in dem ich mir erlauben durfte, ich selber zu sein. Ohne Maske, ohne schützende Wälle. Nur ich selber im Dunkel. Er erschien mir unendlich lang, dieser Moment, und ich habe mir gewünscht, er möge nie enden und habe doch gleichzeitig Angst gehabt, entdeckt zu werden. Dieser Augenblick war wie ein Geschenk, auch wenn ich nicht sagen kann, ob derjenige, der es mir damals gemacht hat, überhaupt mitbekommen hat, was geschehen ist. Wehmütig denke ich daran, wie lange es her ist. So viel Zeit ist seit dem vergangen, dennoch ist die Erinnerung daran so lebendig.
Mir kommen Fetzen des Gesprächs in den Sinn und ich fühle, wie der Wunsch in mir wach wird, dieses Gespräch fortzuführen. So viel ist geschehen und soviel Sehnsucht nach Dingen, die man mit Geld nicht bezahlen und manchmal auch nicht in Worte fassen kann. Es treibt mich fort von hier, es zieht mich an einen anderen Ort. Weg von einem Leben, das auf materiellen Dingen basiert. Ich weiß, die meisten Menschen in meinem Umfeld hätten kein Verständnis, wenn ich ihnen von meinem Wunsch erzähle, ein anderes Leben zu führen. Ein Leben, aufgebaut auf anderen Werten als Geld und Besitz.
Immer noch schlagen die Regentropfen an die Fensterscheibe und ich gleite langsam in einen Tagtraum. Ich lasse mich in diese warmen, weichen Hände fallen und träume davon, verstanden zu werden. Ich bin in meine Erinnerung zurück gekehrt, wo ich erzählen kann, was ich mir wünsche ohne dafür Unverständnis zu ernten, wo ich das Gefühl von Geborgenheit und Ruhe zu mir rufen kann und wo ich manchmal auch nichts sagen brauche und trotzdem verstanden werde. Hier kann ich die fremden Hände wieder in meine nehmen und ganz sanft die Fingerspitzen küssen. Langsam rutsche ich aus meinem Tagtraum wieder in den Schlaf, begleitet vom leisen Trommeln des Regens, den der Wind gegen das Fenster treibt. Und während ich schlafe, halten mich zwei fremde Hände und wachen über meinen Schlaf.
© Mirtana, Spätsommer 2004
Ich habe von sanften Händen geträumt, die mich halten und deren Berührung meine Seele erreicht hat. Sie haben alle meine Sorgen fort gestreichelt, mir Geborgenheit geschenkt und mein Inneres zur Ruhe gebracht. Jetzt sind sie fort, doch ich spüre sie immer noch. Für diese Hände gab es meine schützenden Mauern nicht und ihr Griff war vorsichtig, aber bestimmt. In meinem Traum konnte ich mich fallen lassen, sie haben mich aufgefangen. Zu wem sie gehören kann ich nicht mit Bestimmtheit sagen, aber sie haben Erinnerungen in mir geweckt. Erinnerungen an einen Moment, in dem ich mir erlauben durfte, ich selber zu sein. Ohne Maske, ohne schützende Wälle. Nur ich selber im Dunkel. Er erschien mir unendlich lang, dieser Moment, und ich habe mir gewünscht, er möge nie enden und habe doch gleichzeitig Angst gehabt, entdeckt zu werden. Dieser Augenblick war wie ein Geschenk, auch wenn ich nicht sagen kann, ob derjenige, der es mir damals gemacht hat, überhaupt mitbekommen hat, was geschehen ist. Wehmütig denke ich daran, wie lange es her ist. So viel Zeit ist seit dem vergangen, dennoch ist die Erinnerung daran so lebendig.
Mir kommen Fetzen des Gesprächs in den Sinn und ich fühle, wie der Wunsch in mir wach wird, dieses Gespräch fortzuführen. So viel ist geschehen und soviel Sehnsucht nach Dingen, die man mit Geld nicht bezahlen und manchmal auch nicht in Worte fassen kann. Es treibt mich fort von hier, es zieht mich an einen anderen Ort. Weg von einem Leben, das auf materiellen Dingen basiert. Ich weiß, die meisten Menschen in meinem Umfeld hätten kein Verständnis, wenn ich ihnen von meinem Wunsch erzähle, ein anderes Leben zu führen. Ein Leben, aufgebaut auf anderen Werten als Geld und Besitz.
Immer noch schlagen die Regentropfen an die Fensterscheibe und ich gleite langsam in einen Tagtraum. Ich lasse mich in diese warmen, weichen Hände fallen und träume davon, verstanden zu werden. Ich bin in meine Erinnerung zurück gekehrt, wo ich erzählen kann, was ich mir wünsche ohne dafür Unverständnis zu ernten, wo ich das Gefühl von Geborgenheit und Ruhe zu mir rufen kann und wo ich manchmal auch nichts sagen brauche und trotzdem verstanden werde. Hier kann ich die fremden Hände wieder in meine nehmen und ganz sanft die Fingerspitzen küssen. Langsam rutsche ich aus meinem Tagtraum wieder in den Schlaf, begleitet vom leisen Trommeln des Regens, den der Wind gegen das Fenster treibt. Und während ich schlafe, halten mich zwei fremde Hände und wachen über meinen Schlaf.
© Mirtana, Spätsommer 2004
Heulen der Woelfe - 21. Sep, 02:11
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