The Black Wolf's Den
 

Dienstag, 10. Juni 2008

Ring of Fire

I fell into a burning ring of fire
I went down, down, down
and the flames went higher.
And it burns, burns, burns
the ring of fire
the ring of fire.

Johnny Cash


Da steht man morgens - oder was für jemanden, der zum Morgengrauen ins Bett schleicht, als "morgens" durchgehen mag - vor dem Spiegel, schaut sich an und fragt sich zum wohl drölfzigsten Mal "Wie zur Hölle konnte das passieren?"

Und irgendwo höre ich im Hintergrund ganz leise meinen damaligen Lehrer des Pädagogik-Grundkurses über Freud und das Es, das Ich und das Über-Ich dozieren ... Nun, in meinem Fall liegt das Über-Ich schmollend im Bett während das Es Amok läuft und sich auch von den rationalen Argumenten des Ichs mal so gar nicht beeindrucken läßt. Mein gesunder Menschenverstand scheint ohnehin schon eine längere Auszeit zu nehmen - eine andere Ausrede für eine ziemlich dumme Entscheidung fällt mir so ad hoc nicht ein.

Mit dem gewissen Abstand betrachtet stehe ich also vor dem Spiegel und verstehe mich selber nicht mehr. Das hat man also davon, wenn man mit dem Feuer spielt. Einen Haufen unangenehme Fragen an sich selber und das Gefühl von Widerwillen und Abscheu.

Das gehört wohl zu den unangenehmen Lektionen, die einem das Leben mit einem hinterhältigen Grinsen serviert und die einen sehr nachhaltigen Lerneffekt nach sich ziehen. Das nächste Mal wird mit flammenfesten Handschuhen mit dem Feuer gespielt. Und das amoklaufende Es kriegen wir auch wieder an die Leine. Wo kämen wir vier da sonst auch hin?

Mittwoch, 28. Mai 2008

Comfortably Numb

There is no pain, you are receding.
A distant ships smoke on the horizon.
You are only coming through in waves.
Your lips move but I cant hear what youre sayin.
When I was a child I caught a fleeting glimpse,
Out of the corner of my eye.
I turned to look but it was gone.
I cannot put my finger on it now.
The child is grown, the dream is gone.
I have become comfortably numb.

Pink Floyd - "Comfortably Numb", The Wall


"Long time, no see!" sagt er am Telefon. Ich grinse. "You mean no hear," sage ich. Er lacht mit einem "Whatever, it has been a long time, can we agree on that?" meinen Einwand weg. "How has life treated you?"

Well, how has life treated me? Zuerst hat mein Handy das Zeitliche gesegnet. Was ich überhaupt nicht bemerkt habe, erst als ich eine Nummer gesucht habe und das alte, kleine Telefon eines schwedischen Herstellers nicht mehr zum Leben zu erwecken war. Typisch Frau, die ganzen Telefonnummern waren natürlich im Speicher und nicht auf der Sim-Karte gespeichert.

Ja, ich könnte mir ein neues Handy zulegen. Ich könnte das aber auch lassen - denn seien wir mal ehrlich, wirklich brauchen tue ich das Ding nicht. Sicher, unterwegs wäre es praktisch wenn man es nicht wie ich ohnehin immer auf lautlos in der Tasche rumgammeln hätte. Ich habe kein Auto mit dem ich liegen bleiben könnte und an den meisten Bahnhöfen gibt es Münzfernsprecher, falls ich doch mal jemanden informieren muß, daß ich einen Anschluß verpaßt habe. Für den Rest habe ich eine Telefonflatrate. Und schon mein Vater pflegte zu sagen "Wer was will, der ruft noch mal an wenn ich wieder zu Hause bin."

Vor ein paar Tagen endgültig den Winter aus der Bude geworfen. Gut, man könnte das auch unpoetisch "Frühjahrsputz" nennen. Denn wenn man den Blick aus dem Fenster riskiert, alles in voller Blüte und grün ist, die Vögel zwitschern und das Thermometer deutlich über fünfzehn Grad klettert, dann hat der Winter einfach keinen Platz mehr. Innen wie außen.

Es wird wieder Zeit für Wärme, auch wenn Kälte über den Effekt verfügt, alles zu betäuben. Bildlich gesprochen könnte ich also auf die Frage, was ich die letzten Wochen getrieben habe, schlicht antworten "Ich hab mich auf Eis gelegt". Und wie alles, was ich tue, das sehr effektiv. Mir wäre es auch lieber, wenn ich etwas anderes verkünden könnte. Was soll ich sonst auch sagen? Daß ich versucht habe, den Roman des Jahrhunderts zu verfassen? Nö, wir hatten dieses Jahrhundert bereits eine J.K. Rowling. Ich hab nicht mal geschrieben. Kein Wort. Nicht mal eMails.

Ich ohne Schreiben? Geht das? Natürlich geht das, wenn man nicht viel zu sagen hat weil der größte Teil des eigenen Selbst schön gekühlt auf Eis liegt. Man seine Tage damit verbringt, sie mit Lesen, schlafen, PC-Spielen und darauf zu warten, daß der Tag endlich zu Ende ist während man im Hintergrund leise fühlen kann, wie sich sämtliche Energie davon schleicht. Sich in seine eigene Welt zu verkrümeln hindert einen auch sehr effektiv daran, auf die Frage "Wie gehts?" mit Ausreden und Ausflüchten zu antworten, weil man gerade selber nicht so genau sagen kann, wie es einem eigentlich geht.

Ich habe vor einer gefühlten Ewigkeit etwas beendet, über dessen Anfang und Mitte ich hier kein Wort verloren habe. Folgerichtig hatte auch das Ende hier nichts zu suchen. Also habe ich das getan, was ich immer tue wenn mir das Leben was auf die Nase haut: zurück ziehen, Wunden lecken und warten, bis alles wieder gut ist.

Wenn man von jemanden ein sehr unverblümtes, ehrliches "Mädel, krieg den Arsch hoch" zu hören bekommt und einem die Gegenargumente ausgehen, bleibt nichts anderes, als zu sagen "Okay, hast recht".

Dann bewegen wir es mal, das ausladende Hinterteil. Man kann das Teil ja nicht für ewig auf kaltem Eis sitzen lassen, gell?

Donnerstag, 17. April 2008

...

"Ich glaube, das ist damals falsch verstanden worden mit der Demokratie: Man darf in der Demokratie eine Meinung haben, man muss nicht. 'S wär ganz wichtig, dass sich das mal rumspricht. Wenn man keine Ahnung hat: Einfach mal Fresse halten."

--- Dieter Nuhr ---


War mir gerade ein ganz dringendes Bedürfnis, diese Worte mal wieder schwarz auf weiß geschrieben zu sehen. Es ist schon erstaunlich, wie so mancher Zeitgenosse sich die Luxus eines Urteils über eine Begebenheit erlaubt, von der man schlicht keine Ahnung hat. Was zwischen zwei Personen passiert, sei es im Streit oder wie auch immer, geht nur diese zwei Personen etwas an. Ganz egal, wie sehr sich von einem Part auch bei jedem ausgeheult und das eigene Leid und die Bosartigkeit des anderen Parts angeprangert wird.

Ich war noch nie dafür bekannt, mit Samthandschuhen durch die Weltgeschichte zu trapsen und bei allem und jedem "Eieiei, du armes TukTuk" Theater zu veranstalten. Ich bin unverblümt. Ich bin direkt und es interessiert mich schon lange nicht mehr, wenn jemand damit nicht umgehen kann und zurück an Mamas Rockzipfel flüchtet um mit dem Zeigefinger auf mich zu zeigen und zu heulen "Die böse Frau hat mir mein Schippchen weg genommen".

Allerdings werde ich giftig, wenn dann der Rockzipfel bei mir angeschissen kommt und mir erklären möchte, wie ich zu reagieren habe. Und das in einem Ton, den sich nicht mal meine eigene Mutter mir gegenüber heraus nehmen würde (und die wäre die Einzige, die das dürfte).

Wer nicht in der Lage ist, sich selber mit mir auseinander zu setzen und andere dafür vorschicken muß, die sich dann als alleswissender Rockzipfel aufspielen müssen, der kann gepflegt da bleiben, wo der Pfeffer wächst. Mitsamt Rockzipfel. Wer die Angelegenheiten anderer wichtiger nimmt als seine eigenen ist meiner Auffassung nach die Person mit einem gravierenden Problem ...

So, genug Kindertheater für heute. Kommen Sie demnächst wieder zur nächsten Folge von "Wie gehe ich Frau Mirtana so richtig auf die Nüsse".

Immanuel Kant:

"Handle so, daß die Maxime deines Willens jederzeit zugleich als Prinzip einer allgemeinen Gesetzgebung gelten könnte."

deutscher Philosoph
(1724 - 1804)

In aller Kürze

Online seit 1089 Tagen
Zuletzt aktualisiert:
12. Jul, 15:30

ICQ: 97-050-642
Mail: mirtana.(ät).gmx.net

Mirtana eine Freude machen?
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Kluge Worte ...

"Der beliebteste Fehler unter Leuten, die etwas absolut idiotensicheres konstruieren wollen, ist der, daß sie den Erfindungsreichtum von absoluten Idioten unterschätzen."
Douglas Adams,
britischer Schriftsteller


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"I don't know half of you as well as I should like, and I like half of you less than you deserve."
J.R.R. Tolkien,
Lord of the Rings


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“And all those exclamation marks, you notice? Five? A sure sign of someone who wears his underpants on his head.”
Terry Pratchett,
Mummenschanz

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